Sonagramme erstellen

Sonagramme sind das wichtigste Werkzeug zur Auswertung von Tonaufnahmen. Darin lassen sich einige Arten ohne Probleme bestimmen, die im Feld schwer oder nicht sicher auseinander zu halten sind. Hier ist ein kurzer Überblick, wie man Sonagramme erstellen und Tonaufnahmen bearbeiten kann.

Das einfachste Programm zum Erstellen von Sonagrammen ist „Raven“ vom Cornell Lab of Ornithology. Raven gibt es in verschiedenen Versionen – jede davon kann als Demo heruntergeladen werden die sich nach 10 Minuten selbst schließt. Nach einem einfachen Neustart des Programmes kann es wieder normal genutzt werden. Registriert man sich, bekommt man kostenlos eine Seriennummer und damit eine Version ohne Zeitbegrenzung.

Für die meisten Anwendungen reicht Raven Lite aus. Das Programm ist gut zu bedienen: Man öffnet die gewünschte Datei (in den Formaten wav, mp3 oder aiff) und es wird daraus direkt ein Sonagramm erstellt. Bei einer Stereoaufnahme muss man den gewünschten Kanal auswählen. Meist sind sich die beiden Tonspuren sehr ähnlich, sodass man „Channel 1“ beibehalten kann. Über dem Sonagramm wird die Tonaufnahme in Wellenform dargestellt, hier ist die Lautstärke ablesbar. Um feinere Details bei Rufen und Gesängen erkennen zu können, zoomt man mit den Lupen-Tasten das Bild heran. Ich würde empfehlen, den waagrechten Zoom nur bis zur größten Stufe, bei der die Skalierung der Zeitachse noch 0,2s (manchmal geht auch noch eine Stufe weiter) beträgt, zu nutzen; zoomt man weiter, ist die Auflösung meist zu niedrig. Mit den Reglern „Brightness“ und „Contrast“ lassen sich Helligkeit und Kontrast anpassen. Mit dem Regler „Sharpness“ kann man Elemente des Sonagramms genauer definieren. Die Standardeinstellung ist 256; manchmal lohnt es sich, den Wert höher zu stellen (z.B. auf 310). Das hängt ganz vom Ruftyp und der gewählten Zoomeinstellung des Sonagramms ab, siehe folgende Beispiele:

Vegleich Raven sharpness

Vergleich sharpness auf 218 (oben) und 310 (unten). Rufe durchziehender Schafstelzen, Hochgreut OA, 14.09.2012, © J. Honold

vergleich sonagramm 256 784

Sharpness-Regler auf 256 (links) und 784 (rechts). Kiebitz, Hirschlach AN, 01.04.2012, © J. Honold

Beim Vergleich von verschiedenen Aufnahmen sollte man beachten, dass man die gleichen Einstellungen bei diesen drei Reglern sowie der Zoomstufe verwendet. Ansonsten werden leicht Unterschiede erzeugt, die in der Realität nicht gegeben sind.

Möchte man ein Sonagramm speichern oder verschicken, klickt man unter „File“ auf „Export image of“. Das Sonagramm kann in verschiedenen Dateiformaten gespeichert werden (z.B. jpg).

Als Bearbeitungsmöglichkeiten gibt es beispielsweise „Amplify“ (=Verstärken), „Cut“(=Ausschneiden) und „Filter around selection“; wer Tonaufnahmen weiter bearbeiten will, sollte aber auf das Programm Audacity zurückgreifen.

Audacity ist ebenfalls kostenlos. Mir persönlich gefallen die Darstellung und schnellen Anpassungsmöglichkeiten der Sonagramme in Raven besser, das ist aber Geschmackssache. Gegenüber Raven gibt es deutlich mehr Bearbeitungsmöglichkeiten. Für die Bearbeitung von Vogelstimmen sind insbesondere der Hochpass-Filter, der Equalizer und die Rauschentfernung praktisch. Für alle, insbesondere die Rauschentfernung, gilt: Nicht übertreiben! Aus einer schlechten Aufnahme macht man damit auch keine gute mehr. Außerdem lassen sich mit dem Plug-in „Lame“ .wav-Dateien als MP3 exportieren, die man z.B. auf ornitho.de oder ornitho.ch hochladen kann.

Wer sich genauer mit der Bearbeitung in Audacity beschäftigen will, kann das hier tun (gute Anleitung von Volker Arnold): https://dl.dropbox.com/u/62295188/audacity/benutzungaudacity.pdf

Für den Equalizer siehe (=FFT-Filter in Adobe Audition; Englisch): http://www.earbirding.com/blog/archives/1768

Nachtrag Mai 2016: Links aktualisiert

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