Sultanate of Oman: January & February 2013 – Part I

Vom 25.01.-15.02. waren Martin K., Susanne K., Balduin F. & Sara F. und ich im Oman. In der Zeit besuchten wir die wichtigsten Gebiete im Norden und Süden des Landes. Im Winter ist die Artenzahl deutlich geringer und bspw. in den Oasen sind nur wenige Vögel zu finden. Trotzdem konnten wir 244 Arten beobachten. Fotos der Reise sind auf www.visual-nature.de unter News.

Auf einige interssante Beobachtungen will ich etwas näher eingehen:

Weißbauchtölpel – Brown Booby – Sula leucogaster:10-11 Vögel bei Al Mughsayl am 04.02.13 von Süd nach Nord beim Seawatching. In dem Bereich ist die Art wohl regelmäßig zu beobachten. / 10-11 birds at Al Mughsayl on 04.02.2013 were flying northwards. Al Mughsayl seems to be a reliable site for this species.

Abdimstorch – Abdim Stork – Ciconia abdimii: 3 Ind. am 09.02.13 bei Raysut an der Mülldeponie verbrachten dort wohl den Winter. / 3 Ind. on 09.02.2013 probably overwintered at the rubbish dump of Raysut.

Paddyreiher – Indian Pond-Heron – Ardeola grayii: Im Winter überwiegen bei weitem Rallenreiher. Wir beobachteten nur einen Vogel am 09.02.13 am East Khawr bei Salalah. Wie mehrfach der Fall, half das Buch „Birds of the Middle East“ von R. Porter & S. Aspinall hier nicht viel weiter.  Strukturell und farblich war der Vogel sehr auffällig. Neben den wichtigsten Kennzeichen wie der starken Streifung der Kopf- und Halsregion bis auf den Bauch, dem kaltbraunen Rücken und dem dunkler gefärbten Zügel war der starke Kontrast auf den Schulterfedern auffällig (heller Schaftbereich, zu dunklem Rest der Feder! Bei Rallenreihern ist der Kontrast dieser Federn nicht oder nur selten so stark. / In winter Squacco Herons are much more common than Indian Pond-Herons. We observed one on 09.02.2013 at East Khawr at Salalah. This bird stood out structure- and colour-wise. Most important id features are: strong streaking of head and neck down to the belly, cold brown back, dark lores, strong contrast on scapulars (pale shafts – dark rest of feather).

Zum Vergleich Fotos von einigen Rallenreiher, aufgenommen im gleichen Zeitraum aus dem Oman / A few photos of Squacco Herons from Oman for comparison:

Steppenadler – Steppe Eagle – Aquila nipalensis: Ein Ind. das wir am 04.02.13 und am 09.02.2013 bei Raysut beobachten konnten, hatte eine Pigmentstörung in den Handschwingen / An individual at Raysut had a pigmentary abnormality in the primaries.

Schmarotzermilan – Yellow-billed Kite – Milvus aegyptius ssp. aegyptius: 5 Milane konnten wir beobachten, von denen 2 Beobachtungen gut genug waren, um sie zu bestimmen. Einer gehörte der nordafrikanischen Form aegyptius an. Mitochondrielle DNA-Unterschuchungen unterstützen die These, dass die afrikanischen Formen deutlich genug differenziert sind, um als eigene Art zu gelten. / Of 5 kites only 2 were seen well. One was of the north-african taxon aegyptius.

Yellow-billed Kite

Adult, 06.02.13, Salalah, Oman. Beachte im Vergleich zu Schwarzmilanen den gelben Schnabel, die einfarbige Unterseite, den tief gegabelten Schwanz und Kopffärbung. Handschwingen tief gefingert und die lange H5. Flügelstruktur damit ähnlich den östlichen migrans-Schwarzmilanen. / Adult. Take a look at the yellow bill, the uniform underparts, the deeply forked tail and head pattern and compare with Black Kite.

Schwarzmilan – Black Kite – Milvus migrans: Ein Milan bei Raysut gehört wohl zu den östlichen Populationen von ssp. migrans. In Westasien gibt es vermutlich breite Vermischungszonen zwischen migrans und lineatus. Solche Vögel treten regelmäßig in Israel zur Zugzeit auf. Aber weitere Forschungen sind notwendig um sie genauer einzuordnen. / One kite at Raysut probably belonged to the eastern populations of ssp. migrans. There seems to be a broad clinal zone between migrans and lineatus. Such birds are regularly seen on migration through Israel.

Yellow-billed Kite

09.02.13, Raysut, Oman. K2. Vogel der ssp. migrans oder Mischform mit lineatus. Ähnliche Vögel treten regelmäßig in Israel auf. Beachte die recht stark aufgehellten HS-Basen und die tiefe Fingerung der Handschwingen.

Lannerfalke – Lanner – Falco biarmicus ssp. tanypterus: Ein Ind. K2 beobachtete ich am 13.02.13 auf dem Jabal al Sham, verfolgt von einem Wanderfalken. Beachte die dunkle Brust im Kontrast zu den hellen Hosen, den duchgängig und deutlich gebänderten, relativ langen Schwanz, die ausgedehnt rotbraune Kopffärbung. Der Kontrast auf den Unterflügeln ist untypischerweise recht unauffällig – könnte aber auch am Alter liegen. Der Lanner war deutlich größer als der Wanderfalke.

Der Vogel hatte kein Geschüh.

Wüstenfalke – Barbary Falcon – Falco peregrinus ssp. pelegrinoides: Leider hatte nur Martin das Glück einen phänotypischen Wüstenfalken zu beobachten. Alle Wanderfalken die wir beobachteten sahen wie ssp. brookei aus. Nach Gen-Untersuchungen sind die Unterschiede zwischen Wüstenfalke Falco pelegrinoides und Wanderfalke nicht größer, als zwischen den restlichen Unterarten des Wanderfalken. Wüstenfalke wird deshalb wohl wieder zu einer Unterart des Wanderfalken.

Wanderfalke ssp. brookei

Wanderfalke ssp. brookei, 04.02.13, Al Mughsayl, Oman.

Kammbläßhuhn – Red-knobbed Coot – Fulica cristata: Bei einer Familie am West Kawhr konnten wir Jungvögel beobachten und fotografieren. Bisher habe ich noch nicht oft Fotos von diesem Kleid gesehen. / There was a family party of Red-knobbed Coots at West Kawhr. Here’s a photo of a juvenile.

Kammbläßhuhn K2

05.02.13, West Khawr, Oman. Beachte den für dieses Kleid typischen, extrem schmalen Stirnschild (etwa so breit wie der Schnabel). Trotzdem sind aber schon kleine „Kämme“ zu erkennen.

Jungfernkranich – Demoiselle Crane – Anthropoides virgo: 5 Ind. am 05.02.  und am 08.02.13 am East Kawhr bei Salalah mit einem Kranich vergesellschaftet. Die Vögel überwinterten in der Region.

Austernfischer – Oystercatcher – Haematopus ostralegus ssp. longipes: Die im Oman überwinternden Austernfischer gehören der östlichen Unterart an und heißen nicht umsonst ssp. longipes („lange Beine“). / The Oystercatchers in Oman belong to the subspecies longipes (=“long legs“).

Die Vögel wirken sehr hochbeinig, haben lange Schnäbel und braune Rücken. Die längeren Nasenlöcher konnten wir leider nicht erkennen. / They seem longer-legged and -billed and have a brown back.

ssp. longipes brütet im östlichen Mittelmeerraum (wohl schon an der Ostküste Italiens), Westsibirien und im südlichen Russland. Im Gegensatz zu ssp. ostralegus brütet ssp. longipes im Binnenland und auch oftmals relativ weit oben im Gebirge (Quelle)! / Ssp. longipes breeds in the eastern mediterranean (up to the adriatic coast of Italy), western Siberia and in southern Russia. In contrast to the nominate form, longipes breeds in the inland and even in the mountains.

Steppenkiebitz – Sociable Lapwing – : 2 Ind. auf den Sohar Sun Farms. / There were two Sociable Lapwings at the Sohar Sun Farms.

Steppenkiebitz

27.01.13, Adult, Sohar Sun Farms, Oman.

Großer Brachvogel – Curlew – Numenius arquatus ssp. orientalis: Zumindest ein Großteil der Vögel gehört der östlichen Unterart ssp. orientalis an. Auffällig sind die durchweg sehr langen Schnäbel, die sehr weißen Unterflügel, und die oftmals sehr feinen Strichel auf der Brust auf weißem Grund. / At least one Curlew belonged to the eastern subspecies orientalis, told from the nominate form by the longer bill, the white underwings and often by very fine streaks on the white breast.

04.02.13, East Khawr, Oman

Großer Knutt – Great Knot – Calidris tenuirostris: In Barr al Hikman konnten wir knapp 300 Ind. unter den Pfuhlschnepfen beobachten. / There were about 300 Great Knots at Barr al Hikman.

Großer Knutt, Pfuhlschnepfe

31.01.13, Barr al Hikmann, Oman. Drei Große Knutts mit Pfuhlschnepfen / Three Great Knots with Bar-tailed Godwits.

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