Kohlmeisen – wieder da….

Es ist lange her, dass wir das letzte Mal etwas geschrieben haben. Der Blog ist aber nicht eingeschlafen – im Gegenteil: Wir arbeiten an neuen Themen und haben seither einige Länder besucht und dort laufend Material für neue Blogeinträge gesammelt. Auch zu alten Arbeiten wie dem Artikel über die Bestimmung der Rufe des Waldpiepers gibt es Neuigkeiten: Die Methode wird inzwischen von der niederländischen Seltenheitenkomission, der CDNA, zur Bearbeitung ihrer Fälle genutzt (CDNA 2014) und auch die marokkanische Seltenheitenkomission hat schon darauf zurückgegriffen (www.go-south.org).

Auch dieser Herbst war aus akustischer Sicht sehr spannend! Beispielsweise ein durchziehender Waldpieper am 30.09.14 auf Sylt:

Waldpieper Flugrufe

Waldpieper Anthus hodgsoni, dz, 30.09.2014, 7:42 Uhr, Strandübergang Samoa, Sylt, Lkr. NF, Deutschland, © R. Martin. Typische Rufe für diese Art mit hoher Anfangsfrequenz (MAF), langsam moduliert (im Vergleich zu Baumpiepern) und schnell abfallend. Im Hintergrund durchziehende Wiesenpieper Anthus pratensis. // Olive-backed Pipit Anthus hodgsoni, 30.09.2014, Sylt, Germany. Flight calls of a vagrant. Note the high starting frequency, slow modulation (compared to Tree Pipit Anthus trivialis) and quick decrease in frequency. All in all it sounds higher pitched than Tree Pipit, the timbre approaching Red-throated Pipit Anthus cervinus.

Und auf Neuwerk ein durchziehender Steppenpieper am 10.10.2014:

Steppenpieper_Flugrufe_RM

Steppenpieper Anthus godlewski, dz, 10.10.2014, 9:52 Uhr, Nördliches Vorland, Neuwerk, Lkr. HH, Deutschland, © R. Martin. Beachte die hohe Spitze des Grundtons, die im Vergleich zum Spornpieper feinere Modulation sowie den deutlichen Oberton. Im Hintergrund Nonnengänse (Branta leucopsis). // Blyth’s Pipit Anthus godlewski, 10.10.2014, Neuwerk, Germany. Flight calls of a vagrant, in the background Barnacle Geese Branta leucopsis. The calls of Blyth’s differ from Richard’s Pipit Anthus richardi by the faster modulation and the prominent harmonic, and sound more nasal and less harsh.

Auch die nordöstlichen Kohlmeisen sind dieses Jahr wieder gut vertreten (die Rufe kann man sich nochmals hier anhören). Während sie in vielen Bereichen Deutschlands wohl noch unauffällig sind, konnten wir im Eriskircher Ried am Bodensee, Deutschland am 18.10.2014 Zahlen nachweisen, die es in der 50 jährigen Geschichte dieses Zählpunktes noch nicht gab. Ich hatte leider nur 3 h Zeit, die Zahlen stammen deshalb aus der Zählung von M. Hemprich, R. Morgen und G. Knötzsch: In 6h zogen 6.511 Kohlmeisen durch – regelmäßig waren Invasionsrufe zu hören! Trupps mit bis zu 270 Ind. zogen dabei oftmals in großer Höhe am Bodensee entlang.

Die zweithöchste Zahl an Kohlmeisen an diesem Zählpunkt stammt von M. Hemprich, G. Knötzsch und U. Maier vom 12.10.2014, als in nur 4h 2.500 Kohlmeisen durchzogen – ebenfalls größtenteils wohl Vögel der nordöstlichen Populationen. Zum Vergleich: im letzten Jahr wurde der höchste Durchzug von M. Hemprich und G. Knötzsch am 19.10.2013 mit 403 Ind. in 5 h registriert.

Es bleibt weiter spannend!

Quellen:

  • CDNA (2014): Recente CDNA-besluiten. Dutch Birding Vol. 36, No. 6, S. 340

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